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Regensburger Beiträge zur Regionalgeschichte


Mit den Regensburger Beiträgen zur Regionalgeschichte hat das Spitalarchiv in Verbindung mit dem Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg eine neue Reihe begonnen, die wissenschaftlichen Werken mit geringer Auflage eine schnelle und kostengünstige Drucklegung erlaubt. Der Schwerpunkt der Reihe liegt auf quellenorientierten Werken – Monographien und Editionen – mit Bezug zur Geschichte von Regensburg und der gesamten Region.

Band 1

Band 1 – Stefan König:
Die älteren Urkunden des St. Katharinenspitals in Regensburg (1145–1251)
Regensburg 2003

Der vorliegende Band enthält die älteren Urkunden des St. Katharinenspitals in Regensburg aus den Jahren 1145 bis 1251. Dabei werden die Urkunden aus dem Spitalarchiv durch solche ergänzt, die in Bezug zum St. Katharinenspital stehen und in anderen Archiven verwahrt werden. Von den insgesamt 51 Urkunden sind 46 im Original und fünf in kopialer Form überliefert. 32 Urkunden werden erstmals im Druck vorgelegt und der historischen Forschung zugängig gemacht. An der Urkunde Nr. 5, die Bischof Konrad IV. im Jahre 1211 zugunsten des damaligen St. Johannes- und späteren St. Katharinenspitals ausstellte, haben sich die ältesten Siegel der Stadt und des Domkapitels von Regensburg erhalten. Die vorgelegte Edition ist ein wertvoller Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Stadt Regensburg und der gesamten Region.

Stefan König M. A., geb. 1975, studierte Geschichte, Historische Hilfswissenschaften sowie Vor- und Frühgeschichte an den Universitäten Regensburg und München. Der Historiker und Archäologe arbeitet an einer Dissertation zum Thema „Herrschaftsausübung Herzog Friedrichs des Weisen von Bayern-Landshut (1375–1393)“ bei Prof. Dr. Peter Schmid, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte der Universität Regensburg.


Band 2

Band 2 – Irmgard Biersack:
Die Hofhaltung der „reichen Herzöge“ von Bayern-Landshut
Regensburg 2006

Das Herzogtum Niederbayern erlebte unter Heinrich XVI., Ludwig IX. und Georg eine seiner glanzvollsten Epochen. Bekannt sind die „reichen Herzöge“ von Bayern-Landshut vor allem durch die Landshuter-Hochzeit. Im Jahre 1475 vermählte Herzog Ludwig der Reiche seinen Sohn Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig. Die Stadt Landshut gedenkt dieser glanzvollen Fürstenhochzeit alle vier Jahre in einem endrucksvollen Historienspiel, das Zehntausende von Besuchern aus aller Welt anlockt. Dieses prunkvolle Fest ist jedoch nur ein Abglanz der prächtigen und luxuriösen Hofhaltung. Die Autorin entführt den Leser in die Alltagswelt des Landshuter Fürstenhofs und entwirft ein lebhaftes Bild der herzoglichen Hofhaltung. Drei Themenkomplexe werden dabei eingehend behandelt: die Verpflegung des Hofgesindes, dessen personelle Zusammensetzung und die zahlreichen Baumaßnahmen auf der Burg. Immer wieder wird der luxuriöse Lebensstil am Landshuter Hof durch erlesene Speisen und Weine sowie durch sachkundiges Personal ersichtlich. Innerhalb der deutschen Fürstenhäuser jener Zeit zählte die Hofhaltung der „reichen Herzöge“ zu den prachtvollsten, so dass sie ihrem Beinamen „reich“ alle Ehre machten.

Irmgard Biersack, geb. 1978 in Landshut, studierte Geschichte, Klassische Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Regensburg. Die Historikerin arbeitet derzeit an ihrer Dissertation „Die Reichspolitik Herzog Ludwigs des Reichen von Bayern-Landshut (1450-1479)“ bei Prof. Peter Schmid, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg.


Band 3

Band 3 – Markus Retzer:
Das Patriziergeschlecht der Zeller von Straubing
Regensburg 2007

Um 1417 übersiedelte der angesehene Tuch- und Weinhändler Hermann Zeller von Regensburg nach Straubing und begründete die Straubinger Zellerlinie, die sich zu einem der mächtigsten Bürgergeschlechter im ostbayerischen Raum entwickelte. Über Generationen hinweg waren die Zeller nahezu ununterbrochen im Rat von Straubing, stellten Bürgermeister und vertraten die Stadt auf den Landtagen. Durch eine zielgerichtete Heiratspolitik schufen sie ein Netz verwandschaftlicher Beziehungen zu den mächtigsten Familien der Herrschafts- und Wirtschaftszentren der näheren und weiteren Umgebung. Das stattliche Patrizierhaus „In der Kron“ am Straubinger Ludwigsplatz, fast 200 Jahre Stammsitz und Stadtresidenz der Familie, gibt noch heute einen Eindruck vom Reichtum und Einfluss der Zeller. Sie orientierten sich am Lebensstil des Adels und traten als Kunstmäzene auf, wie noch in mehreren Straubinger Kirchen zu sehen ist. Bemerkenswert ist auch das soziale Engagement der Familie: Die 1471 gegründete Mess-, Almosen- und Jungfrauenaussteuerstiftung unterstützte noch bis zu ihrer Auflösung 1924 bedürftige Straubinger Bürger. 1611 erlosch schließlich mit dem Tod von Caspar Haug Zeller die Straubinger Stammlinie dieser Familie, die in der Oberpfalz noch bis 1728 nachzuweisen ist.

Markus Retzer M. A., geb. 1977 in Straubing, studierte Geschichte und Deutsch an der Universität Regensburg. Der Historiker ist Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung und arbeitet derzeit an seiner Dissertation zum Thema „Verwaltung des Herzogtums Bayern – Straubing – Holland 1353–1429“ bei Prof. Dr. Peter Schmid, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg.


Band 4

Band 4 – Andreas Lechner / Kurt Zeitlhöfler:
„… natirlich gleich und gesundter trunkh“
Die Geschichte der Regensburger Spitalbrauerei von 1695 bis 1945, Regensburg 2008

Von den heute noch in Regensburg existierenden Brauereien ist diejenige des St. Katharinenspitals die mit Abstand älteste. Ihre Anfänge lassen sich bis in die Zeit der Gründung des Spitals im Jahre 1226 zurückverfolgen. Die Hauptaufgabe der Brauerei bestand über Jahrhunderte hinweg in der Versorgung der Pfründner und der Ehehalten (= Dienstboten) des Spitals mit einem guten „pfennigvergeltlichen trunkh“. Bis zum heutigen Tag dienen die Gewinne der Brauerei ausschließlich zum Unterhalt des Alten- und Pflegeheims. Der vorliegende Band befasst sich mit der Geschichte und der wirtschaftlichen Entwicklung der Brauerei vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Im ersten Teil der Untersuchung, verfasst von Andreas Lechner, wird die historische Entwicklung der Brauerei von etwa 1700 bis zum Übergang der Reichsstadt Regensburg an das Königreich Bayern im Jahre 1810 beschrieben. Der zweite Teil der Arbeit von Kurt Zeitlhöfler schließt zeitlich daran an und beschäftigt sich mit der Geschichte der Brauerei bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.
Im Zentrum der gemeinsamen Betrachtungen stehen zum einen geschichtliche Entwicklung, Brauereigebäude, Brauereiausstattung und Braupersonal, zum anderen der Brauprozess und dessen Veränderungen im 19. Jahrhundert. Insgesamt wird der wirtschaftliche Werdegang einer Regensburger Traditionsbrauerei über einen Zeitraum von 250 Jahren verfolgt. Die besondere topographische Lage des St. Katharinenspitals und seiner Brauerei als reichsstädtischer Vorposten auf dem bayerischen Nordufer der Donau macht es darüber hinaus notwendig, sich eingehend mit dem Konflikt um das St. Katharinenspital zu beschäftigen, der immer wieder zwischen der Reichsstadt Regensburg und Kurbayern entbrannte.

Andreas Lechner M. A., geb. 1974 in Nürnberg, studierte Geschichte, Politik sowie Vor- und Frühgeschichte an der Universität Regensburg. Kurt Zeitlhöfler M. A., geb. 1972 in Deggendorf, studierte an der Universität Regensburg Geschichte, Germanistik und Volkskunde. Beide Autoren sind heute in der freien Wirtschaft tätig.


Band 5

Band 5 – Jennifer Vanessa Dobschenzki:
Die Stellung der Frau im Rechts- und Wirtschaftsleben der Reichsstadt Regensburg (1245–1400)
Regensburg 2009

Noch heute ist das Bild von der benachteiligten und bevormundeten Frau des Mittelalters weit verbreitet. tatsächlich jedoch hängt ihre rechtliche und wirtschaftliche Stellung wesentlich von ihrem sozialen Status und ihrem jeweiligen Lebensraum ab. Gerade in den spätmittelalterlichen Städten eröffneten sich den Frauen nicht geringe Handlungsmöglichkeiten, so auch in der Reichsstadt regensburg des ausgehenden 13. und 14. Jahrhunderts. Hier zeigt sich, dass Frauen bzw. Bürgerinnen genauso geschäftsfähig waren wie Männer, und zwar unabhängig davon, ob es sich um ledige, verheiratete oder verwitwete Frauen handelte. Sie verfügten über eigenen Besitz, den sie durch ein Testament vererben oder sogar selbst vor Gericht verteidigen konnten. Außerdem waren Frauen in den verschiedensten handwerken und Gewerbearten anzutreffen. Drei biographische Skizzen von häufig in den Quellen auftretenden Regensburgerinnen und ein kurzer Vergleich mit der Reichsstadt Augsburg runden die Untersuchung ab.

Jennifer Vanessa Dobschenzki, geb. 1980 in Regensburg, studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Regensburg. Die Historikerin arbeitet derzeit an ihrer Dissertation „Die Wahrnehmung des Fremden in der merowingischen Hagiographie“ bei Prof. Dr. Hans-Henning Kortüm, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Regensburg.


Band 6

Band 6 – Armin Heigl:
Cuius regio, eius religio?
Vom Versuch, die Oberpfälzer zu Calvinisten zu machen, Regensburg 2009

Cuius regio, eius religio: Der Herrscher bestimmt die Religion seines Landes. Mit dieser Formel wollte der Augsburger Religionsfrieden 1555 den jahrelangen Streit zwischen katholischen und lutherischen Reichsfürsten schlichten. Niemand konnte fortan den Fürsten ihre Konfession vorschreiben, sie dagegen durften ihren Glauben den eigenen Landeskindern diktieren. Wer nicht daran glauben wollte, musste eben gehen. Die Oberpfalz aber, bis 1621 Teil der Kurpfalz am Rhein, wurde so zum konfessionspolitischen Versuchskaninchen: mehrere lutherische und calvinistische Kurfürsten wechselten sich nach 1556 im fernen Heidelberg ab. Den Lutheranern machten die Oberpfälzer keine Schwierigkeiten, hatten sich Oberpfälzer Adel und Städte doch aus freien Stücken schon längst für das Luthertum entschieden. Anders sah es für die stramm calvinistischen Kurfürsten aus. Offiziell durften sie sich nicht auf den Religionsfrieden berufen, versuchten aber dennoch mit aller Macht, den Calvinismus in der Oberpfalz durchzusetzen. Dagegen aber wehrten sich die Adligen, Bürger und Bauern der Oberpfalz mit Händen und Füßen und bewiesen einen erstaunlichen Zusammenhalt, der erst kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges 1618 zu bröckeln schien.

Armin Heigl, geb. 1972 in Schwandorf, studierte Deutsch und Geschichte an der Universität Regensburg, an der University of Colorado at Boulder und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach dem Studium absolvierte er einen Aufenthalt am United States Holocaust Memorial Museum in Washington (D. C.) und unterrichtet derzeit als Oberstudienrat Deutsch und Geschichte in Kempten.


Band 7

Band 7 – Sandra Lehner:
Das Patriziat im Wandel
Identitätsbildung, Abgrenzung und Netzwerke im frühen 14. Jahrhundert am Beispiel der Regensburger Familien Auer und Gumprecht, Regensburg 2009

Regensburg, die „nördlichste Stadt Italiens“, ist bekannt für seine himmelhoch aufragenden Geschlechtertürme, seine Patrizierburgen und Stadtpaläste: Der Reichtum der spätmittelalterlichen Eliten ist hier buchstäblich Stein geworden. Die Namen der Besitzer haben sich in das kulturelle Gedächtnis der Stadt eingebrannt und wir sprechen von den Häusern der Auer, Gumprecht, Runtinger und Zant, als weilten diese seit Jahrhunderten erloschenen Geschlechter noch heute unter uns. Begibt man sich auf Spurensuche und möchte einzelne Vertreter dieser Obershicht ausfindig machen, so stößt man unweigerlich auf zwei Kategorien: „Handelspatriziat“ und „Verwaltungspatriziat“. Noch für das Ende des 14. Jahrhunderts nimmt die Forschung einen starken Gegensatz dieser beiden Gruppen an, in die generationenübergreifend ganze Familien eingeordnet werden. Allerdings befand sich die oberste gesellschaftliche Schicht Regensburgs seit dem 13. Jahrhundert im Aufbruch. Eine Zeit, die geprägt war von politischen Unruhen, an deren Ende schließlich Spielregeln für das städtische Miteinander gefunden und politische Institutionen weiter ausgeformt wurden. Zwei im Kampf um Macht und Einfluss herausragenden Geschlechtern ist dieser Band gewidmet, den Auer und den Gumprecht: Anhand verschiedener Persönlcihkeiten aus diesen Familien sollen Vielfalt und Komplexität der innerpatrizischen Verflechtungen im frühen 14. Jahrhundert beleuchtet werden.

Sandra Lehner M.A., geb. 1983 in Regensburg, studierte Geschichte und Anglisitik an der Universität Regensburg. Derzeit arbeitet die Verfasserin als Dozentin für britische und irische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg.


Band 8

Band 8 – Judith Ebner:
Der „Totale Krieg“ in Regensburg
Studie zur Geschichte der Stadt in den Kriegsjahren 1943–1945, Regensburg 2010

Als Joseph Goebbels 1943 den „Totalen Krieg“ öffentlich propagierte, war Regensburg längst unmittelbar von der Kriegsrealität betroffen: Die Ernährungs- und Bekleidungslage hatte sich zugespitzt, die mehr oder minder zuversichtliche Stimmung der Bevölkerung war Ernüchterung gewichen und die Stadt hatte die ersten Evakuierten aufgenommen. Die Lage sollte sich jedoch ab diesem Zeitraum bis zum Ende des Krieges 1945 dramatisch verschlechtern. Folgende Bereiche des städtischen Lebens werden hinsichtlich der regionalen Auswirkung der Ereignisse der letzten Kriegsjahre beleuchtet: Die Situation der heimischen Bevölkerung, insbesondere der jüdischen Einwohner der Stadt, der Evakuierten und Flüchtlinge sowie der zivilen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen. Verheerende Auswirkungen hatte die Fortführung des Krieges bis zum bitteren Ende vor allem hinsichtlich der stetig zunehmenden Luftangriffe und der immer drastischer werdenden Maßnahmen der nationalsozialistischen Machthaber. Die amerikanische Einnahme der Stadt am 27.4.1945 wurde darum auch von den Bewohnern Regensburgs in erster Linie als Befreiung wahrgenommen, die einen demokratischen Neuanfang ermöglichte.

Judith Ebner, geb. 1981 in Regensburg, studierte Deutsch, Geschichte und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Regensburg. Die Studienreferendarin arbeitet momentan am Kepler-Gymnasium in Weiden.


Band 9

Band 9 – Maria Rottler:
„O goldene Zeiten: die uns allen Appetit zu leben am Ende nehmen.“
P. Roman Zirngibl (1740–1816) und seine Wahrnehmung einer Umbruchszeit, Regensburg 2010

Die Umbruchszeit um 1800 mit ihren zahlreichen kriegen und Herrschaftswechseln wurde von vielen als Zeit der Krise wahrgenommen. Dies gilt auch für den Historiker P. Roman Zirngibl, Benediktiner von St. Emmeram: Für ihn war es vor allem die Säkularisation, die seine Welt zusammenbrechen ließ. Schon in den Jahrzehnten zuvor war sein Lebensentwurf als Mönch massiver, oft polemischer Kritik der Klostergegner ausgesetzt. Von den Klosteraufhebungen des Jahres 1803 blieb sein Kloster aufgrund der Sonderstellung Regensburgs als Fürstentum Dalbergs zunächst noch verschont. Doch auch dessen Maßnahmen führten bereits zu ersten Veränderungen innerhalb des Konvents. Außerdem stellte die unsichere Lage St. Emmerams eine große Belastung für ihn dar. War er zunächst noch Beobachter der Entwicklungen im bayerischen Umland, so musste auch Zirngibl nach dem Übergang Regensburgs an Bayern sein Kloster endgültig verlassen – und war nach 53 Jahren gezwungen, sich im Alltag außerhalb des Klosters zurechtzufinden. Zirngibl hinterließ außergewöhnlich umfangreiche Selbstzeugnisse: Tagebücher und Briefe, in denen er seinem Vertrauten Lorenz Westenrieder gegenüber recht offen seine Ängste, Sorgen und Erwartungen zum Ausdruck brachte.

Maria Rottler M.A., geboren in Geisenfeld, studierte an den Universitäten Regensburg und München Geschichte und Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Bayerische Landesgeschichte und Historische Hilfswissenschaften sowie im Zweitstudium Deutsch und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien.


Band 10

Band 10 – Christine Grieb:
Die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Franiskaner
Mendikantische Vorstellungen zwischen Ordensideal und Realität, Regensburg 2010

Die ersten Franziskaner wollten Anfang des 13. Jahrhunderts manches anders und vieles besser machen als die bisherigen Orden: Am Evangelium allein wollte man die Lebensweise der Mönche ausrichten. Das Ideal war die vollkommene Armut des Ordens und seiner Mitglieder sowie ein der aktiven Seelsorge gewidmetes Leben in unsteter Wanderschaft anstatt – wie bisher – stiller Kontemplation hinter schützenden Klostermauern. Diese Ideale machten die Ordensgründung zu einem vollen Erfolg und auch in Regensburg geab es bald einen blühenden Franziskanerkonvent mit so berühmten Mitgliedern wie Berthold von Regensburg und David von Augsburg. Doch schon bald zeigte sich, dass das hehre Ideal nur schwer zu Verwirklichen war. Dank der Beliebtheit der Franziskaner beim städtischen Bürgertum kamen die Konvente zu Geld und Besitz und damit mit dem Armutsideal in Konflikt. Auch in anderen Bereichen zeigte sich eien Annäherung an die älteren Orden: So rasant wie sich der Orden ausgebreitet hatte, so rasant verwandelte sich auch die Lebensform seiner Mitglieder. Die Arbeit beschäftigt sich damit, wie die Regensburger Franziskaner des 13. Jahrhunderts diesen Wandel wahrnahmen und mit dem Ordensideal in Einklang brachten. Predigten Bertholds von Regensburg, Lehrtexte Davids von Augsburg für seine Mitbrüder und die Franziskusvita Lamprechts von Regensburg geben einen Einblick in das Selbstbild der Regensburger Franziskaner des 13. Jahrhunderts. Zudem wird untersicht, wie verschiedene Gruppen die Franziskaner wahrnahmen und welche Kritik sie an dem jungen Orden übten.

Christine Grieb M.A., geb. 1983 in Straubing, studierte Geschichte und Anglistik an der Universität Regensburg. Die Verfasserin arbeitet derzeit an ihrer Dissertation in mittelalterlicher Geschichte.

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