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Bild-Wortmarke St. Katharinenspital Regensburg, Archiv

Studien zur Geschichte des Spital-, Wohlfahrts- und Gesundheitswesens

Schriftenreihe des Archivs des Katharinenspitals Regensburg


Ziel dieser Reihe ist sowohl die Erfassung und Darstellung einzelner Spitäler als auch die Untersuchung des gesamten Spektrums des Wohlfahrts- und Gesundheitswesens einzelner Städte und Regionen. Im Übergangsbereich zwischen Kirchen- und Landesgeschichte bieten Spitäler und Almosenstiftungen einen bisher ungenutzten, reichen Fundus für Forschungen zur Sozial-, Wirtschafts-, Medizin- und Architekturgeschichte.

Band 2

Band 2 – Frank Präger:
Das Spital und die Armen
Almosenvergabe in der Stadt Langenzenn im 18. Jahrhundert, Regensburg 1997

Der vorliegende Band beschäftigt sich mit der Armut im 18. Jahrhundert und untersucht im Rahmen einer Dissertation über 11.000 Almosenempfänger des Spitals Langenzenn, die nach Herkunft, Geschlecht, Alter, Familienstand, Beruf, sozialem Umfeld, Grad der Bedürftigkeit und Höhe der Unterstützung analysiert werden. Außerdem wird die überregionale Bedeutung des Spitals für die Almosenvergabe erkennbar. Der Quellenteil des Werkes befindet sich auf beiliegenden Mikrofiches.

Frank Präger, Dr. phil., geb. 1961. Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Erlangen. Nach dem ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien von 1989 bis 1995 Promotionsstudiengang im Hauptfach Bayerische und Fränkische Landesgeschichte.


Band 3

Band 3 – Elisabeth Schepers:
Als der Bettel in Bayern abgeschafft werden sollte
Staatliche Armenfürsorge in Bayern im 16. und 17. Jahrhundert, Regensburg 2000

Die Autorin untersucht die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die bayerische Bettelordnung von 1627, stellt dabei die obrigkeitliche Armenfürsorge ins Zentrum der Untersuchung und geht auf die Wechselwirkung zwischen Untertanen, Beamten und Obrigkeit ein. Vorbild für die bayerische Bettelordnung von 1627 war die des Ignatius von Loyola (1535). Kurfürst Maximilian I. verbot das Betteln in seien Landen, eine gesetzgeberische Maßnahme, die jedoch bereits nach wenigen Jahren gescheitert war. Allerdings: begrenzte Bettelerlaubnis und Gabe von Almosen waren ausdrücklich vorgesehen. Sowohl der Müßiggang als auch die Mobilität der Bedürftigen dienten als Kriterien für eine zunehmende Kriminalisierung dieses Personenkreises. Nur wenige wurden mehr als bedürftig eingestuft.

Elisabeth Schepers, Dr. phil., M. A., PgDip, geb. 1965. Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Münster und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1997 schloss sie ihre Promotion in Bayerischer Landesgeschichte mit der vorliegenden Arbeit ab. 1998–1999 absolvierte sie einen Diplomstudiengang Museumsmanagement an der Greenwich University in London.


Band 4

Band 4 – Axel Hof:
Der soziale Ort der Gesundheit
Topographische Bibliographie zur Sozialgeschichte des Fürsorge-, Hospital-, Medizinal- und Wohlfahrtswesens, Regensburg 2000

Die vorliegende Bibliographie bringt erstmals eine Zusammenschau einschlägiger, häufig weit verstreuter Titel aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, führt mit seinen Titeln zurück zu den Wurzeln medizinisch-sozialer Sicherungssysteme und schlägt damit bewusst eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart. Die Absicht der Bearbeiter und der Herausgeber war es, einen bibliographischen Leitfaden zu erstellen und damit einen Einstieg in den skizzierten Themenkomplex zu bieten. Der leichteren Benutzbarkeit halber wurde das Werk sowohl in einen einleitenden sachthematischen als auch topographischen Bezugsrahmen gestellt, nach Ländern und Orten gegliedert und zusätzlich mit einem Register ausgestattet.

Axel Hof, geb. 1967, Studium der Germanistik, Geschichte, Soziologie und Politologie an den Universitäten Regensburg und Gießen, unterrichtet an einem Gymnasium in Nürnberg und bereitet derzeit eine Promotion zur politischen Ideengeschichte des 18. Jahrhunderts vor.


Band 5

Band 5 – Thomas Barth:
Alltag in einem Waisenhaus der frühen Neuzeit
Das protestantische Waisenhaus von Regensburg im 17. und 18. Jahrhundert, Regensburg 2002

Wie haben Kinder den Alltag in einem Waisenhaus erlebt, und was hat die städtische Gesellschaft für deren Versorgung und Erziehung getan? Dieser Fragestellung geht der Autor am Beispiel des protestantischen Waisenhauses der Reichsstadt Regensburg nach. Im Jahre 1666 errichtete der Rat der Reichsstadt auf Initiative des Superintendenten Johann Heinrich Ursinus ein Waisenhaus für Voll- und Halbwaisen bürgerlicher und ehelicher Abstammung und unterstellte dieses der Aufsicht des Almosenamtes. Die Notwendigkeit für die Errichtung eines Waisenhauses benennen die Statuten: „… daß die arme vatter- und mutterlose waisen gar übel von ihres costherrn und -frauen erzogen, und mehr zum betteln als zur schuel gehalten, ist erfolget, daß sie nichts anderst alls alle üppig- und leichtfertigkeit erlernet, und hernach weder zu handwerckh noch ehrlichen diensten gebrauchet werden können.“ Im Jahre 1725 wurde das Waisenhaus mit dem neugegründeten Erziehkinderhaus zusammengelegt, 1805 beide Institute gleichgestellt und 1809 in die Alte Manggasse verlegt. Für alle, die sich mit der Geschichte von Kindheit, Jugend und Familie beschäftigen, ein lesenwertes Buch und ein wertvoller Beitrag zur Sozialgeschichte der Stadt Regensburg.

Dr. Thomas Barth MA, geb. 1966, studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft an den Universitäten Regensburg und Leicester (GB). Der Historiker und Politologe hat 2001 eine Dissertation mit dem Titel „Adelige Lebenswege im Alten Reich“ vorgelegt.


Band 6

Band 6 – Katharina Kellner:
Pesthauch über Regensburg
Seuchenbekämpfung und Hygiene im 18. Jahrhundert, Regensburg 2005

Über Jahrhunderte versetzte die Pest ganz Europa in Angst und Schrecken und forderte in Regensburg letztmals 1713 mehr als 7000 Todesopfer. Im 18. Jahrhundert verschwand sie aus bislang unbekannten Gründen nahezu vollständig aus Europa. Die Ursachen für die Seuche wurden unterschiedlich diskutiert. Aus Erdreich und Gewässern aufsteigende faulige Dünste (Miasmen) galten lange Zeit als ihre Auslöser. Andererseits existierten religiöse Erklärungsmodelle, die die Pest als Strafe Gottes erachteten. In Zeiten dieser todbringenden Epidemie verschärften die städtischen Magistrate die Kontrolle über Einreisende und Bürger und suchten verstärkt den Rat der Ärzte. Diese wurden zu Trägern eines Hygiene- und Gesundheitsdiskurses, beschleunigten auf diese Weise die professionalisierung des Gesundheitswesens und festigten dadurch ihr Heilmonopol. Das vorliegende Buch Pesthauch über Regensburg schildert anschaulich den Diskurs des 18. Jahrhunderts über das Thema. Wie die sich daraus ergebenden gesundheits-politischen Anforderungen im frühneuzeitlichen Regensburg umgesetzt wurden, wird an drei Beispielen aufgezeigt, zum Ersten anhand der Sofortmaßnahmen während der Pest von 1713, zum Zweiten an den Verordnungen zur Reinhaltung der Straßen und Plätze und zum Dritten anhand des Bestattungswesens. Deutlich zeichnet sich im Laufe des 18. Jahrhunderts unter dem Einfluss der Aufklärung ein Wandel der Einstellung zu Hygiene und öffentlicher Gesundheitsvorsorge ab.

Katharina Kellner M. A., geb. 1976, studierte Geschichte, Deutsche Philologie und Politikwissenschaft an der Universität Regensburg mit dem Schwerpunkt Geschichte der frühen Neuzeit. Sie ist derzeit als freie Journalistin und Historikerin tätig.


Band 7

Band 7 – Silke Kröger:
Armenfürsorge und Wohlfahrtspflege im frühneuzeitlichen Regensburg
Regensburg 2006

Die Autorin untersucht in ihrer Dissertation die Armenfürsorge in Regensburg zwischen 1523 und 1802, nämlich vom Einsetzen städtischer Regelungen bis zur Neuorganisation unter Carl Theodor von Dalberg. Die komplizierte Verfassungs- und Rechtsstruktur der freien Reichsstadt und deren Übertritt zur Reformation blieben nicht ohne Auswirkungen auf die Armenfürsorge: Das herrschaftliche und konfessionelle Nebeneinander mehrerer Reichsstände spiegelte sich auch wider in einer - im Vergleich zu anderen Städten - ausgeprägten Zweiteilung des Armen- und Fürsorgewesens. Während die reichsstädtische Armenpolitik der typischen Entwicklung frühneuzeitlicher Städte folgte, in denen der weltliche Magistrat das Armenwesen neu regelte, blieb es auf katholischer Seite nach der Reformation auf Grund des heftigen Widerstandes der Orden bei der traditionellen Almosenpraxis.
Das Betteln und der Almosenempfang wurden einer immer strengeren Reglementierung durch den städtischen Rat unterworfen. Die Armenfürsorge machte so in der frühen Neuzeit die generell in deutschen Städten zu beobachtende Entwicklung der Kommunalisierung, Bürokratisierung, Pädagogisierung und Disziplinierung durch. Der Umgang mit den Armen in Regensburg wirft nicht nur ein bezeichnendes Licht auf die existierenden Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen in der Stadt, sondern auch auf die Werte und Normen der damaligen Gesellschaft. Erst allmählich entwickelten sich obrigkeitliche Fürsorgemechanismen, die im späten 19. Jahrhundert in den modernen Sozialstaat mündeten.

Silke Kröger, Dr. phil., geb. 1970, studierte Englisch und Geschichte an den Universitäten Regensburg und Leicester (GB). Für ihre mit summa cum laude bewertete Dissertation erhielt sie den Professor-Josef-Engert-Preis 2004 der Stadt Regensburg. Sie unterrichtet seit 2003 als Gymnasiallehrerin.


Band 8

Band 8 – Andreas Kühne:
Essen und Trinken in Süddeutschland
Das Regensburger St. Katharinenspital in der Frühen Neuzeit, Regensburg 2006

Was wurde in der etwa 150-jährigen Zeitspanne zwischen dem Westfälischen Frieden und dem Ende des alten Reiches in sozialen Einrichtungen gegessen? Wie wurde eine solche Großküche organisiert? Gab es regionale Spezialitäten? Gab es Veränderungen in der Kost? Diesen und anderen Fragen geht der Autor anhand von Archivalien des 17. und 18. Jahrhunderts aus den Beständen des Archivs des St. Katharinenspitals in Regensburg nach. Aus Küchenbüchern und Ratsprotokollen lassen sich sehr genau und nahezu lückenlose Aussagen über die tägliche Kost der Insassen machen. Es werden die Unterschiede zwischen den einzelnen Konsumentengruppen (Pfründnern, Dienstboten), aber auch gegenüber der städtisch-adeligen Oberschicht deutlich. Zudem ist ein Blick hinter die Kulissen einer Großküche der Frühen Neuzeit möglich. Neben Details zu Küchenpersonal, Gerätschaften, Beschaffung sowie Vorratshaltung der Nahrungsmittel erfährt der Leser auch Interessantes über die Zubereitung der Speisen, die zum Teil mit Hilfe zeitgenössischer Kochbücher rekonstruiert werden konnten. Ein großangelegter Vergleich mit anderen süddeutschen Spitälern, Waisenhäusern und Klöstern stellt die Versorgung im Regensburger St. Katharinenspital in einen größeren Zusammenhang.
Für alle, die sich für die Geschichte der Ernährung der mittleren und unteren Schichten in sozialen Einrichtungen der Frühen Neuzeit interessieren, ein lesenswertes Buch und gleichzeitig ein wertvoller Beitrag zur Ernährungsgeschichte der Stadt Regensburg.

Dr. phil. Andreas Kühne, geb. 1970, studierte Volkskunde, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Passau. Der Volkskundler und Nahrungsforscher hat eine Magisterarbeit mit dem Titel „Ziegler in Mittelfranken. Lebens- und Arbeitsverhältnisse um 1900 im Spiegel archivalischer Quellen“ vorgelegt. Seit 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Museum Regensburg.


Band 9

Band 9 – Mario Tamme:
Apotheken in Bayern
Die Arzneimittelversorgung im Rentamt Landshut bis 1808, Regensburg 2009

Der Beruf des Pharmazeuten nimmt eine herausragende Stellung innerhalb der verschiedenen Gewerbearten ein. Daher ist die Geschichte der Apotheken ein wichtiger Bestandteil der Wirtschafts- und Sozialgeschichte einer Stadt. Das Buch schildert die Entstehung und Entwicklung der ersten Apotheken in den Städten Landshut, Dingolfing, Erding und Vilshofen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Personengruppen, wie der Bader, Händler, Hebammen oder Kräuterfrauen, die den Apothekern widerrechtlich Konkurrenz machten. Entsprechend der städtischen Situation werden auch die medizinische Versorgung der ländlichen Räume und die Bedeutung der Klosterapotheken z. B. Aldersbach, ferner die Installation von Landgerichtsapotheken in den Städten Eggenfelden, Moosburg, Landau, Pfarrkirchen und Vilsbiburg thematisiert.
Auch auf die Pharmazeutenausbildung und auf sonderbare Dinge wie den Gebrauch von menschlichen Leichenteilen als Arzneimittel geht der Autor ein. So erhält der Leser überraschende Einblicke in den Alltag früherer Jahrhunderte.

Mario Tamme, Dr. phil., geb. 1977, studierte Bayerische Landesgeschichte, Alte Geschichte und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Regensburg und an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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