St. Katharinenspital Regensburg | Forst | Einstige Grundherrschaft
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Bild-Wortmarke St. Katharinenspital Regensburg, Forst
Spitalforst bei Aschach – © fw

Das Spital als Grundherrschaft

Vom Abbachhof zur Ziegelhütte


Weiterführende Literatur

zu den Spitalbesitzungen im Marktgebiet Lappersdorf:

  • Wilhelm Müller, Hainsacker. Zur Geschichte einer uralten Gemeinde, Hainsacker 2000
  • Wilhelm Müller, Das Sankt Katharinenspital. Grundherrschaft in Hainsacker, Hainsacker 1998
  • Michael Prinz, Beiträge zu einem Historischen Siedlungsnamenbuch des Alt-Landkreises Regensburg, Magisterarbeit Regensburg 1997
  • Ute Meierhofer, Die Gemeinde Lappersdorf, Geschichte der Ortsteile in Einzeldarstellungen, Lappersdorf 1996
Urbar
Ein Urbar, Verzeichnis von Besitzrechten und damit verbundenen Abgabepflichten

Bei der früheren Grundherrschaft verlieh der Grundherr, in unserem Fall das Katharinenspital, vertreten durch den Spitalmeister, ein Bauerngut einem abhängigen Grundholden zur Bewirtschaftung auf Zeit, auf Lebenszeit oder auch in erblicher Weise. Dafür empfing der Grundherr vom Bewirtschafter Abgaben in Naturalien oder Geld sowie Dienstleistungen. Herr wie Hintersasse bzw. Grundholde hatten eigentumsartige Rechte an dem Gut; man sprach deshalb vom Obereigentum des Herrn und dem Unter- oder Nutzeigentum des Hintersassen, da die ältere deutsche Rechtsordnung das geteilte Eigentum kannte. Der weit überwiegende Teil des bäuerlich bewirtschafteten Bodens war grundherrschaftlich gebunden und blieb dies bis in das 19. Jahrhundert. Durch Schenkungen und Stiftungen waren Kirchen, Klöster und Spitäler zu teilweise sehr großem Grundbesitz gekommen.

Der Grundbesitz des Spitals war über die gesamte Oberpfalz, weite Teile Niederbayerns und das nördliche Oberbayern verteilt.

Abbachhof – Werk vieler Spenden


Margarethenkapelle
Margarethenkapelle in einer Handschrift um 1430

Der Abbachhof in der Gemeinde Wenzenbach war ursprünglich bischöflicher Besitz und an den Ministerialen Konrad von Hohenfels verpfändet. Als dieser 1267 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, verkaufte er den Hof für 60 Pfund Regensburger Pfennig an das Katharinenspital. Bemerkenswert ist die Aufbringung der Gelder für den Hofankauf, denn diese wurden von dem Spitalbruder Konrad gesammelt. Die Spitalbrüder sammelten nicht nur in der Region, sondern kamen bei ihrer Bitte um das Almosen bis nach Böhmen. Die romanische Hofkapelle, der hl. Margarethe geweiht, ist aus Sandsteinquadern erbaut und wurde 1803 profaniert. Die wöchentliche Messe hielt der Pfarrer von Zeitlarn, wofür diesem Wiesen und Äcker überlassen waren. Der Waldbesitz im Umfang von 102 Tagwerk kam 1856 zur Versteigerung. Mitte des 19. Jahrhunderts bewirtschaftete Georg Melzl den Abbachhof. Das Wohngebäude brannte um 1990 ab, während die Kapelle weiterhin als Scheune dient.

Altenried – Alte Rodungssiedlung


Der Spitalhof in Schwetzendorf wird 1454 aktenkundig und seit 1468 als Altenried bezeichnet. Bewirtschaftet wurde Altenried von Konrad Riepl, dem 1469 Georg Harraser folgte. Aus Altenried zinste 1775 Hans Georg Dallhoffer und vor ihm Adam Aumer.

Amhof – Außenhof der Zisterzienser


Der Amhof, ein Gutshof mit Brennerei in der Gemeinde Riekofen, gehörte über 600 Jahre zum Katharinenspital. Als sich die Zisterzienser des Klosters Walderbach 1235 in finanziellen Nöten befanden, verkauften sie den Einödhof um 53 Pfund Pfennig an das Spital von Regensburg. Der zunächst in Eigenregie bewirtschaftete Hof wurde im 15. Jahrhundert verpachtet, Mitte des 19. Jahrhunderts von Matthias Dietl abgelöst und wird seit 1883 von der Familie Grundner bewirtschaftet.

Bennhof – Siedlung am Regen


Bennhof
Bennhof vor 1970

Faulwies
Faulwies um 1950/55

Bereits im Frühmittelalter besiedelt, wird der Bennhof erstmals 1147 namentlich erwähnt. Die frühen Herzogsurbare weisen den Hof als wittelsbachischen Besitz aus. Im Spätmittelalter gehörte der Hof zu gleichen Anteilen dem Katharinenspital und dem Damenstift Niedermünster. Der Hof zinste bis ins 19. Jahrhundert an das Katharinenspital. Mit der Verlegung des Regen in den 1970er Jahren verlor der Bennhof seine einmalige Lage am Fluss.

Faulwies – Wüstung vor den Toren der Stadt


Der Hof Faulwies liegt östlich von Schwaighausen in einer weiten Rodungsinsel und kam im Jahre 1578 an das Katharinenspital. Der Hof rundete den Spitalbesitz im nahen Aschach ab und wird heute von dort aus bewirtschaftet. Nach dem Brand von 1909 wurde das Anwesen neu aufgebaut und 1967 endgültig abgetragen. Nur noch die Grundmauern und der Obstgarten erinnern an die vormals stattliche Hofanlage.
Der Ortsname Faulwies gibt Auskunft über den einst moorigen Untergrund dieser Gegend. Doch gab es auch ein Ratsgeschlecht der Faulwieser, das 1286 mit Otto Faulwieser aktenkundig wurde. Ein Otto Faulwieser vermachte dem Katharinenspital 1317 einen Hof zu Hainsacker. Und um 1400 war der „Hasselhof“ zu Faulwies an das Kloster St. Paul zehntpflichtig.
Die Flurform von Faulwies deutet ähnlich wie in Aschach auf eine hochmittelalterliche Rodungsinsel hin. Im Dreißigjährigen Krieg lag der Hof öde und wurde 1661 an Leonhart Hochrainer von Tremmelhausen vergeben. Am Rande der weiten Feldflur steht die sogenannte Bismarcksäule.

Hainsacker – Lehensgut der bayerischen Herzöge


Der Ort Hainsacker wird erstmals um 1140 in den Traditionen des Klosters Prüfening erwähnt. Namensgebend wurde ein Acker, der zu einer Person namens Haim/Hain in Bezug stand. Ein Regensburger Bürger namens Otto Faulwieser schenkte dem Katharinenspital 1317 einen Hof neben der Kirche in Hainsacker. Dieser Hof war Lehensgut der bayerischen Herzöge aus dem Hause Wittelsbach. Wegen der Lehensqualität dieses Hofs bedurfte das Katharinenspital eines Lehensträgers, der das Anwesen für das Spital empfing und gegenüber dem Lehensherrn vertrat. Diese Aufgabe des Lehensträgers übernahm der Ritter Konrad von Hohenfels. Wilhelm Müller identifiziert diesen Hof als den späteren „Schildhof“.

Hainsacker-Hochgrain – Sprachliche Blüten


Hochgrain nennt sich eine Flur und ein Baugebiet in Hainsacker (Marktgemeinde Lappersdorf). Die Flur gehörte einst zum Katharinenspital und wird 1544 als Hankräh aktenkundig. Das Gelände wurde als Weide- und Ackerland genutzt, während die Herkunft des Namens (Hahnenkräh) nicht eindeutig zu erklären ist, auf das Krähen des Hahns oder eine danach benannte Pflanze hindeutet. Was zur Umbenennung und Verfremdung des alten Flurnamens in Hochgrain führte ist nicht bekannt.

Harreshof – Flachsanbau


Nicht Harreshof sondern Harres hieß die Einöde und leitet ihren Namen vom einstigen Flachsanbau her. Flachs heißt im Althochdeutschen „haro“. Im Jahre 1485 verleiht das Spital den Hof an Ulrich Vauchner zu Erbrecht. Aus Harres zinste 1775 Hans Georg Dallhofer und vormals sein Vater Christoph an das Katharinenspital.

Höhenberg – Vermächtnis des Stifters


Der Gutshof Höhenberg liegt in der Gemeinde Hagelstadt an der Straße von Regensburg nach Landshut, gehört zur Gründungsausstattung des Katharinenspitals und geht auf eine Schenkung Bischof Konrads IV. aus dem Jahre 1213 zurück. König Friedrich II. (1217) und Papst Gregor IX. (1238) nahmen Hof und Kirche in ihren besonderen Schutz. Nach Aufgabe der Eigenbewirtschaftung teilte das Spital den Hof 1428 und vergab die beiden Hälften anfänglich zu Stift- und später zu Erbrecht. Den Wald bewirtschaftete das Spital weiterhin in Eigenregie.
Die Gesamtfläche umfasste 807 Tagwerk, davon 634 Tagwerk Feldflur und 173 Tagwerk Wald. Die beiden Höfe gingen kraft Ablösungsgesetz vom 4. Juni 1848 an zwei Bauern über, während die Waldungen 1864 für 60.000 Gulden an den Fürsten von Thurn und Taxis verkauft wurden. Die Seelsorge in der Marienkirche von Höhenberg versah ein Kaplan. Die Baulast an der Kirche übernahm 1873 die Pfarrei Langenerling.

Kareth – Winzerdorf vor den Toren der Stadt


Kareth ist ein altes Weinanbaugebiet vor den Toren von Regensburg und wird erstmals um 1070 in den Traditionen des Klosters Mittelmünster erwähnt. Der Meierhof des Spitals in Kareth gehörte vermutlich zur Gründungsausstattung. Im Jahre 1317 machte Otto Faulwieser eine Stiftung, die den Besitz des Spitals in Kareth um einen weiteren Hof und die dazugehörigen Weinberge vermehrte. Die Weinberge in Kareth bewirtschaftete das Spital im Eigenbau als auch im Teilbau. Allein an Zinswein nahm das Spital aus Kareth 16 Eimer ein, das entsprach einer Menge von über neun Hektolitern. Der einstige Besitzschwerpunkt in Kareth zeichnet sich bis heute in den Erbbaugründen des Spitals ab. Interessant ist auch der Name des Orts, der auf kelto-romanische Wurzeln zurückzugehen scheint und am ehesten als Weg aus Stein (Greule) zu deuten ist.

An das Spital zinspflichtige Personen
1600: Leonhart Schneider zuvor Strobl, Georg König, Andre Retaler, Hans Hauzendorfer, Jakob Leuchtl, Andre Hindermair, Hans Wincklmair zuvor Konrad Pruckner, Erhart Peizkhover zuvor Hans Burckhart, Jakob König zuvor Leonhart Burckart, Leonhardt Kandler zuvor Michael Ferer, Leonhardt Geboldt zuvor Michael Reindl, Cainz Sanzpöck, Michael Haslpeck, Wolf Pruckner, Leonhart Widnpaur zuvor Hans Thurmair, Hans Artmann zuvor Hans Veuhtl, Bernhart Wagner, Johann Prunner (Apotheker zu Regensburg) zuvor Sixt Höss, Haslpeck zuvor Michael Teusinger, Hans Zirckl zuvor Georg Hofman, Georg Wagner zuvor Wolf Grieswirth, Hans Peizkhover zuvor Leutner, Jobst Prandl, Hans Höflinger zuvor Leonhart Perzls Witwe
1775: Prinklmaier, Weissgerber, Blössl, Sargl, Rohrgassner, Metsperger, Biderer, Holzmann, Wimmer, Hirschbeck, Schindler, Mayer, Binder, Fleischmann, Plössl, Hauner, Purckhard, Praun, Gehwald, Eckmann, Steiger, Bär, Teufel, Götzfrid, Röhrl, Perzl

Lappersdorf – Gütler und Söldner


Der Ort Lappersdorf wird erstmals um 1100 in den Traditionen des Klosters Mittelmünster erwähnt. Namensbildend wurde das Grundwort Dorf und der Personenname Liutfried. Die Zinseinnahmen des Spitals aus Lappersdorf waren gering und wurden Mitte des 18. Jahrhunderts von den Familien Widmann, Hillebrand, Kramel, Mayerhofer, Obermaier, Gassner, Naimer, Hölzl und Herbst erbracht. An Flurnamen werden der Steinberg (genannt Vessler), der Weingarten in der Schaupen, der Weingarten Sand, der Rössleracker, der Francklweingarten, das Saller Wiesmahd, der Weingarten beim Heiligen Brünl, die Fischgrube hinter der Kirche, und der Hohe Sand genannt.

Lorenzen – Dem hl. Lorenz geweiht


Der Ort Lorenzen wird erstmals um 1130 in den Traditionen des Klosters Prüfening erwähnt. Aus Lorenzen zinste 1775 Georg Hackl und vormals sein Vater Christoph an das Katharinenspital. Das Gut des Hackl ging vom Damenstift Obermünster zu Lehen.

Oppersdorf – Siedlung am Weg


Der Ort Oppersdorf wird erstmals um 1200 in den Traditionen des Klosters Reichenbach erwähnt. Namensbildend wurde das Grundwort Dorf und der Personenname Oprecht. Mathias Wimmer aus Kareth bewirtschaftete 1767 ein Anwesen des Spitals mit Weingarten in Oppersdorf.

Schwärz – Zwischen Hainsacker und Faulwies


Die Schwärz bei Hainsacker (Marktgemeinde Lappersdorf) war einst Lehengut der Wildensteiner und wurde 1327 von den Gebrüdern Scherzer aus Stadtamhof um neun Pfund Pfennig an das Katharinenspital verkauft. Bis Mittte des 19. Jahrhunderts zinste der Schwärzhof an das Katharinenspital. Die Herkunft des Namens Schwärz bleibt unklar, geht vielleicht auf eine Entstehung als Brandrodung zurück.

Schwaighausen – Eigenbetrieb des Schottenklosters


Aus Schwaighausen zinste 1775 Andrä Lippert und vormals Catharina Hopf für eine Wiese und einen Fischbehälter im Spitalholz.

Ziegelhütte – Forsthaus des Spitals


Forsthaus Ziegelhütte
Forsthaus Ziegelhütte

Der Ziegelofen des Katharinenspitals brannte von 1728 bis 1882, deckte den Eigenbedarf des Spitals an Ziegeln und produzierte für den Verkauf. Die Ziegelherstellung wurde 1882 eingestellt und der Ziegelofen im darauffolgenden Jahr abgebrochen. Geblieben ist das Forsthaus, das den Namen „Ziegelhütte“ fortführt.

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