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Spitalkeller

Biergarten mit Tradition


Spitalkeller
Ein Besuch im Biergarten des Spitalkellers lohnt sich immer …

Bayerische Kellerwirtschaft in Regensburg-Steinweg

In der Zeit, als es noch keine Kühlschränke und Kühlanlagen gab, lagerte die Spitalbrauerei das Bier in tiefen und kühlen Kellergewölben. Der Kühleffekt der Kellergewölbe wurde durch Beschattung und Eiseinlagerung verstärkt. In der Winterzeit brach man das dazu erforderliche Eis aus den nahen Flüssen und Altwässern. Das dichte Blätterdach der Kastanienbäume schützte den Keller zusätzlich vor Erwärmung. Kastanienbäume pflanzte man wegen ihres schnellen Wachstums, besonders zur Beschattung der Keller und nicht wegen der Biergartenbesucher. Dieser ursprüngliche Grund der Bepflanzung ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Am Fuß des Dreifaltigkeitsbergs reihte sich früher ein Bierkeller an den anderen. Einst waren hier die besten Weinberglagen von Regensburg. Und hoch über dem Spitalkeller lag im 13. Jahrhundert die bayerische Zwingburg Landskron, ein Name der die Ziele des Bayernherzogs Ludwig des Strengen verrät. Regensburg sollte seine Hauptstadt werden.

Spitalkeller
… nicht nur des Bieres wegen …

Die Bierkeller des Katharinenspitals lagen im Mittelalter an der Steinernen Brücke, später auch inmitten der Reichsstadt. Nachdem Regensburg bayerisch geworden war (1810), nutzte das Spital die Bierkeller im benachbarten Steinweg. Der Spitalkeller war ursprünglich im Besitz des Damenstifts Niedermünster und kam nach der Säkularisation in Privatbesitz. Schließlich verkaufte der damalige Eigentümer, ein Großhändler namens Schülein-Heydecker, den sogenannten Strasserkeller 1868 an das Katharinenspital. Aus dem ehemaligen Strasserkeller wurde nun der Spitalkeller. Die zunächst geplante Verlagerung der Spitalbrauerei nach Steinweg unterblieb aus Kostengründen, jedoch wurde der Bierkeller auf etwa 50 Meter verlängert. Der Einbau einer Schmalspurbahn (1883) und eines Aufzugs (1895) erleichterten fortan die Einlagerung der schweren Eichenfässer. Die Spitalbrauerei gab die Biereinlagerung in den alten Kellergewölben in den 1950er Jahren auf. Da kein weiterer Ausbau erfolgte, blieben die mächtigen Kellergewölbe aus dem 18./19. Jahrhundert im Original erhalten. Eine kurzzeitige Nutzungsänderung erlebten die Kellergewölbe in den 1960er Jahren zur Lagerung von Bohrkernen der nahen Autobahnbaustelle. Entscheidend für das Auf und Nieder der Kellerwirtschaft des Spitals waren jedoch immer die Wirte. Und die lange Reihe der Kellerwirte beginnt im Jahre 1869 mit Johann Röhrl und führt herauf bis zu den Gebrüdern Dannert.

Wirte:
1869
Johann Röhrl
1869–1870
Xaver Schießl
1871
Johann Neumeyer
1872
Georg Gundert
1872–1873
Mathias Janker
1873
Michael Weiß
1884/85
Heitzer
1885–1888
Heinrich Möstl
1888–1894
Johann Oswald
1894–1908
J. Langmantel
1908–1916
Jakob Stadler
1916–1936
Emmeram Zeitler
1936–1943
Joseph Zeitler
1943–1949
– geschlossen –
1949–1960
Joseph Zeitler
1964–1982
Hilde und Willi Schmoll

Doblinger
1986–1996
Chalupka
1996–2006
Elisabeth und Klaus Männer
2006
Volker Klien und Peter Schlegl
2007–2008
Helena und Hannes Dullinger
2009–2010
Michael Hahn
seit 2011
Stefan und Thomas Dannert
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